STRATEGISCHES KOSTENMANAGEMENT (Strategic Cost Management Process - Teil 1 von Pentti Enlud – Fortsetzung folgt)
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Strategischer Kostenmanagementprozess
Ein ganzheitlicher Produktkostenmanagementprozess beginnt mit der Übertragung des Bedarfs einer Kundengruppe in Produktmerkmale. Die Betrachtungsdauer für das zu entwickelnde Produkt erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus, von der Entstehung des Produkts bis zu seiner Verschrottung am Ende seiner Lebensdauer. Die Konzentration auf den gesamten Produktlebenszyklus ist eine Grundvoraussetzung für ein ganzheitliches Produktkostenmanagement.
Eine weitere Dimension ist die Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette des Produkts, was sowohl interne als auch externe Kosten des Unternehmens umfasst.
Kostenmanagementtechniken werden eingesetzt, um die Kosten des zu entwickelnden Produkts systematisch zu senken. Zu diesen Techniken gehören unter anderem die folgenden Kostenmanagementprozesse:
Kostenmanagement für neue Produkte
- Target Costing (Zielkostenrechnung)
- Wertanalyse (Value Engineering)
- Interorganisationales Kostenmanagement
Kostenmanagement für bestehende Produkte
- Systeme basierend auf kontinuierlicher systematischer Verbesserung (Kaizen Costing)
- Wertanalyse (Value Analysis) und Werttechnik (VE)
Ein solches Kostenmanagement wird als Strategischer Kostenmanagementprozess bezeichnet, da es eine Abfolge von mehreren, an sich bekannten Problemlösungsmethoden ist.
Die Entwicklung neuer Produkte beginnt mit der Ermittlung der Kundenbedürfnisse für das zu entwickelnde Produkt und deren Priorisierung. Im Allgemeinen kommen in der Industrie Kundenanforderungen gleichberechtigt an, und schließlich gerät der Designer in widersprüchliche Entscheidungssituationen, und am Ende geraten die Produktkosten außer Kontrolle. Das Produkt selbst kann von sehr hoher Qualität sein, aber nur wenige Kunden sind bereit, für geringwertige Funktionen zu bezahlen, was die Rentabilität des Produkts bescheiden bleiben lassen kann.
Im Strategischen Kostenmanagementprozess beziehe ich mich bei einem neuen Produkt auf ein Produkt, das bereits hergestellt wurde, aber z.B. preislich nicht mehr wettbewerbsfähig ist und daher neu entwickelt werden muss.
Nach dem Prozess der Priorisierung der Kundenbedürfnisse ist es die Aufgabe der Designer, festzulegen, welche Funktionen des zu entwickelnden Produkts welcher Kundenanforderung entsprechen. Diese Funktionen sind die Lösungen des Entwicklungsingenieurs zur Erfüllung der Kundenanforderungen.
Jede Komponente, die später in das Produkt integriert werden soll, repräsentiert Funktionen des Produkts. Daher müssen die Kundenanforderungen den Funktionen zugeordnet werden, die die jeweilige Kundenanforderung am besten repräsentieren. Diese Zuordnung erfolgt über einen Koeffizienten, der die Stärke der Korrelation zwischen der Komponente/Funktion und der Kundenanforderung beschreibt (Beispiel Abbildung 1).

Abbildung 1. Relative Wichtigkeit von Funktionen und Kundenanforderungen
Auf die oben genannte Weise werden die Kundenanforderungen in eine Rangfolge der Wichtigkeit von Komponenten/Funktionen umgewandelt. Dies ist wichtig, weil Kunden das Produkt durch seine Eigenschaften wahrnehmen, aber Produkte durch Funktionen und Komponenten entworfen werden. Um diese Interaktion zu analysieren, wird der prozentuale Einfluss jeder Komponente/Funktion auf die Kundenanforderungen ermittelt und schließlich die relative Wichtigkeit der Komponenten/Funktionen bestimmt.
So wurden zwei wichtige Kennzahlen definiert: Die relative Wichtigkeit der Kundenanforderungen, die das vom Kunden jeder Kundenanforderung beigemessene Gewicht angibt. Die zweite ist die relative Wichtigkeit der im Produkt enthaltenen Komponenten/Funktionen für die Kundenanforderungen.
Da das Zielkostenkonzept immer von den Kosten eines bestehenden Produkts und seiner Teile ausgeht, die als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuen Produkts dienen, können diese Informationen zur Berechnung des Wertindex genutzt werden. Dieser Index bestimmt das Verhältnis zwischen der relativen Wichtigkeit der überprüften Komponente und den relativen Kosten der Komponente. Er wird auch als Grad der Wichtigkeit für den Kunden bezeichnet, da er zeigt, ob der vom Kunden festgelegte Kundenwert einer Komponente im Verhältnis zu dem vom Kunden zugewiesenen Gewicht korrekt ist. Das Ziel des Indexes ist der Wert 1. Ein Wert unter eins bedeutet, dass die Kosten der betreffenden Komponente gesenkt werden müssen, ohne ihren Kundenwert oder ihr Qualitätsniveau zu beeinträchtigen. Liegt der Wert hingegen über eins, so muss der Kundenwert der Komponente verbessert werden, da ihr im Verhältnis zur Wertschätzung des Kunden für die Komponente zu wenig Kosten zugewiesen wurden.
Das Kosten-Gleichgewicht des gesamten Produkts wird ermittelt, indem der Kundenwert aller Komponenten einzeln berechnet wird. Komponenten, die vom Wert 1 abweichen, sind Gegenstand einer Value Engineering Analyse.
Value Engineering ist ein Werkzeug, mit dem Probleme wie die oben genannten gelöst werden. Ziel ist es, die vom Kunden benötigten Funktionen mit dem geringstmöglichen Kostenniveau zu produzieren, ohne die Qualität oder Funktionalität des Produkts zu beeinträchtigen.
Pentti Enlund
Target Costing and Value Engineering Expert
Mexlink Oy